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Auf einen Blick: Die besten Alternativen zur Ölheizung
10.06.2024

Während die Ölheizung bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch als überaus zuverlässig, sicher und vergleichsweise günstig im Unterhalt galt, wird sie heutzutage hauptsächlich als Problem angesehen. Der Grund dafür ist schnell ausgemacht, da fossile Energieträger als größtes Hindernis in Bezug auf die so dringend benötigte Energiewende gelten. Dementsprechend werden die Besitzer einer mit Öl betriebenen Heizanlage nicht zuletzt durch das Anfang 2024 nochmals verschärfte Gebäudeenergiegesetz (kurz GEG) relativ direkt dazu aufgefordert, die alte Heizung durch eine neue und klimafreundliche Alternative zu ersetzen. Gut zu wissen: Bei Anlagen, die seit über 30 Jahren im Einsatz sind und nicht auf Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik basieren, gilt mittlerweile sogar eine Austauschpflicht. Aber welche Alternativen gibt es denn eigentlich? Inwieweit sind alte Ölheizungen umrüstbar? Und worauf sollte man grundsätzlich achten, wenn man die Heizanlage erneuert?

Zukunftssicher Heizen

Geht es nach der Auffassung des Gesetzgebers und der Meinung vieler Naturschützer und Wissenschaftler, spielen die Heizungen in privaten Haushalten eine überaus wichtige Schlüsselrolle in Bezug auf die dringend notwendige Energiewende und den allgemeinen Klimaschutz. Daher verwundert es auch nur wenig, dass hierzulande nahezu alles dafür getan wird, um die Menschen dazu zu bewegen, ihre alten Heizanlagen gegen neue und klimaschonende Alternativen auszutauschen. Dazu gehört beispielsweise auch der Umstand, dass er Einbau von reinen Ölheizungen ab dem Jahre 2026 in Deutschland weitgehend verboten ist. Es ist also an der Zeit, sich nach passenden Alternativen umzuschauen – und das betrifft laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft immerhin mehr als ein Viertel der Deutschen, da zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: Juni 2024) rund 26 Prozent der Wohnungen und Häuser mit Öl geheizt werden. Allerdings müssen bei einem solchen Wechsel gleich mehrere Dinge beachtet werden, wie zum Beispiel die aktuellen Heizölpreise im direkten Vergleich zu den Gaspreisen, oder auch die anfallenden Installations- und Anschaffungskosten.

Heizungswechsel leicht gemacht: Effiziente und umweltfreundliche Optionen

Vorab sei gesagt, dass es mittlerweile viele verschiedene und deutlich umweltfreundlichere Alternativen zur Ölheizung gibt – wobei nahezu jede Variante nicht nur diverse Vor-, sondern unter Umständen auch einige potentielle Nachteile mit sich bringen kann. Mit Blick auf die nahe Zukunft wird sich ein Austausch der mit Öl betriebenen Heizanlagen jedoch vor allem finanziell rechnen. Der Grund dafür ist nicht nur der stetig steigenden Heizölpreis, sondern vor allem auch die CO2-Abgabe, die bereits schon ab 2025 für deutlich höhere Kosten sorgen wird. Zum Vergleich: Während die Mehrkosten durch den CO2-Preis für ein mit Öl geheiztes Einfamilienhaus derzeit bei 140 Euro liegen, sind ab nächstem Jahr satte 310 Euro fällig. Dementsprechend kann sich ein zeitnaher Umstieg auf eine effizientere und klimaschonende Heizmethode definitiv rentieren – sofern man weiß, welche Alternativen grundsätzlich zur Verfügung stehen.

  1. Ölheizung erneuern statt austauschen
    Bevor man die gesamte Ölheizung demontiert und durch eine neue Heizanlage ersetzt, sollte man im ersten Schritt prüfen, ob sich gegebenenfalls eine Modernisierung lohnt. So besteht beispielsweise zum einen die Möglichkeit, den alten Kessel durch einen modernen und sparsamen Brennwertkessel zu ersetzen, der aufgrund der deutlich besseren Effizienz sowohl den Verbrauch, als auch die damit verbundenen Kosten spürbar senkt. Zum anderen kann ein sogenannter hydraulischer Abgleich, bei dem die Anlage optimal an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst wird, für deutlich mehr Effizienz sorgen. Ebenso lohnt sich in den meisten Fällen ein Austausch der alten Heizungspumpe, da es mittlerweile hocheffiziente Pumpen gibt, die den Verbrauch zum Teil drastisch senken.
  2. Die Pelletheizung
    Die Holzpelletheizung nutzt Holzreste, wie zum Beispiel gepresste Hobelspäne und Sägemehl, wodurch deutlich weniger Schadstoffe im Vergleich zur Ölheizung freigesetzt werden. Dementsprechend gilt sie als nahezu klimaneutral und bietet zudem die Vorteile, dass die Pellets in der Regel recht günstig sind und dass der Einbau über diverse Programme der jeweiligen Bundesländer finanziell gefördert wird. Allerdings benötigt eine Pelletheizung viel Platz für den Kessel und ebenso viel Lagerraum für die Holzpellets, was gerade bei kleineren Immobilien ohne Keller verständlicherweise schnell zu einem Problem werden kann. Zudem müssen mit Holz betriebene Kleinfeuerungsanlagen häufig mit einem zusätzlichen Partikelfilter ausgestattet werden, um die Feinstaubentwicklung zu minimieren.
  3. Fernwärme
    Bei einer als klimafreundlich geltenden Fernwärmeheizung sind weder ein Heizkessel, noch ein Schornstein oder ausreichend Lagerraum notwendig, da die Wärmeenergie in Form von heißem Wasser über Rohrleitungen in das Gebäude transportiert wird. Da das Fernwärmenetz in Deutschland derzeit jedoch hauptsächlich nur in den Ballungsgebieten ausreichend ausgebaut ist, ist Fernwärme leider nicht überall verfügbar. Zudem muss eine sogenannte Fernwärmeübergabestation installiert werden, was je nach Gebäudetyp nicht immer möglich ist. Ebenso lohnt sich Fernwärme in der Regel nur in Verbindung mit einer Zentralheizung, über welche die Wärme an die Wohneinheiten verteilt wird.
  4. Die Wärmepumpe
    Die Wärmepumpe ist derzeit zwar in aller Munde, doch eignet sie sich meist nur bedingt als Alternative zur Ölheizung. Zum einen arbeiten Wärmepumpen mit sehr geringen Vorlauftemperaturen, was ihren Einsatz auf gut gedämmte und moderne Häuser beschränkt. Zum anderen müssen zahlreiche neue (Strom-)Leitungen verlegt werden, was aufgrund der baulichen Gegebenheiten ebenfalls nicht immer möglich ist. Zudem benötigen Wärmepumpen viel Energie (Strom), was unter Umständen und gerade in langen Kälteperioden sehr teuer werden kann. Daher empfiehlt sich eine Wärmepumpe vor allem dann, wenn sie mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden kann.
  5. Die Gasheizung
    Abschließend ist noch die Gasheizung zu nennen, die zwar ebenfalls auf einen fossilen und damit endlichen Brennstoff zurückgreift, dafür jedoch deutlich geringere Feinstaub- und CO2-Emmisionen verursacht. Die Umrüstung von Öl auf Gas ist in der Regel relativ preiswert und mit wenig Aufwand verbunden – allerdings wird die Neuinstallation nur dann finanziell gefördert, wenn sich die Gasheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien nutzen lassen. Darüber hinaus unterliegt Gas ebenfalls der zuvor genannten CO2-Bepreisung, wodurch die jährlichen Kosten signifikant steigen. Und falls in der betreffenden Region keine Gasleitungen verfügbar sind, muss ein separater Flüssiggastank installiert werden, der nicht nur zusätzliche Kosten verursacht (Anschaffung und Wartung), sondern zudem auch viel Platz benötigt.