Energienews
03.09.2026
Scheitholz richtig lagern und verfeuern: Wie Restfeuchte, Holzart und Ofentechnik zusammenwirken
Wer mit Scheitholz heizt, merkt schnell, dass die Ergebnisse je nach Charge stark schwanken. Mal brennt das Feuer ruhig und gleichmäßig, mal qualmt es, rußt die Scheibe zu und liefert wenig Wärme. Die Ursachen liegen selten am Ofen allein. Restfeuchte des Holzes, die gewählte Holzart und die Bauart der Feuerstätte greifen ineinander und bestimmen gemeinsam, wie viel Energie tatsächlich in den Raum gelangt und wie sauber die Verbrennung abläuft.
Restfeuchte entscheidet über Wirkungsgrad und Emissionen
Frisch geschlagenes Holz enthält etwa 50 bis 60 Prozent Wasser. Nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz darf Brennholz im Kaminofen jedoch nur mit einer Restfeuchte von unter 25 Prozent verbrannt werden, sinnvoll sind Werte zwischen 15 und 20 Prozent. Der Grund liegt in der Energiebilanz. Jedes Kilogramm Wasser im Scheit muss zunächst verdampft werden, bevor die eigentliche Verbrennung startet. Diese Energie fehlt danach als Heizwärme. Trockenes Buchenholz mit 15 Prozent Restfeuchte liefert rund 4,0 kWh pro Kilogramm, feuchtes Holz mit 30 Prozent nur etwa 3,1 kWh. Gleichzeitig steigen Feinstaub- und Kohlenmonoxidwerte deutlich an, wenn die Brennkammertemperatur durch Wasserverdampfung sinkt. Ein einfaches Widerstandsmessgerät für rund 20 bis 40 Euro reicht aus, um die Feuchte im Anschnitt zu prüfen. Gemessen wird an einer frisch gespaltenen Fläche in der Mitte des Scheits, nicht an der Rinde.
Holzarten und ihre Brenneigenschaften
Nicht jedes Holz eignet sich gleich gut. Das bessere Brennholz sind die Hölzer mit höchster Rohdichte. Schweres Buchenholz, Eiche, Esche und Hainbuche haben den höchsten Energiegehalt je Raummeter. Buche etwa liegt bei 2100 kWh je Ster, Fichte nur bei 1500. Weichhölzer brennen zwar schneller und mit lebhafterer Flamme, eignen sich deshalb auch besonders gut zum Anheizen. Für längere Brennphasen und gleichmäßige Wärmeabgabe empfiehlt sich in der Regel Buche oder Eiche. Die Eiche hat aber bedeutend längere Trocknungszeiten, mindestens 2 bis 3 Jahre, weil ihre Gerbsäuren erst ausgewaschen werden müssen. Aufgrund ihres Harzgehalts neigen Nadelhölzer zu Funkenflug und verstärkter Rußbildung. Das ist in offenen Kaminen unangenehm, in geschlossenen Kaminöfen mit Sichtscheibe aber im Allgemeinen kontrollierbar. Wer über die geeignete Feuerstelle nachdenkt, sollte sich dann gleich einen hochwertigen Kaminofen für Scheitholz kaufen, der auf die tatsächlich verfügbare Holzart eingestellt ist, denn Nennwärmeleistung und Brennraumgeometrie sind sehr unterschiedlich je nach Modell und Fabrikat.
Ofentechnik als dritte Stellschraube
Moderne Kaminöfen nach Ecodesign 2022 erreichen Wirkungsgrade von über 80 Prozent und halten die verschärften Grenzwerte für Feinstaub (40 mg/m³) und Kohlenmonoxid (1250 mg/m³) ein. Möglich wird das durch Primär- und Sekundärluftführung, Schamotteauskleidung im Brennraum sowie eine Nachverbrennungszone, in der unverbrannte Gase erneut gezündet werden. Wichtig ist die passende Nennwärmeleistung. Ein zu großer Ofen läuft dauerhaft im Schwachlastbetrieb, was zu Verglasung und höheren Emissionen führt. Als Faustwert gelten etwa 0,1 kW Heizleistung pro Quadratmeter gut gedämmter Wohnfläche. Für einen 25-Quadratmeter-Raum reicht also ein Ofen mit rund 4 bis 5 kW. Wasserführende Modelle koppeln den Ofen an den Heizkreislauf und geben einen Teil der Wärme an Pufferspeicher ab, was besonders bei täglichem Betrieb sinnvoll ist.
Anheizen und Betrieb im Alltag
Die Reihenfolge beim Anzünden beeinflusst die Emissionen stärker als viele annehmen. Beim sogenannten Anzünden von oben werden zwei bis drei größere Scheite unten in den Brennraum gelegt, darüber kleineres Anmachholz und ganz oben ein Anzündwürfel. So brennt das Feuer von oben nach unten ab, die Holzgase durchqueren die heiße Flammenzone und verbrennen deutlich sauberer. Nach dem Anzünden bleibt die Primärluft für etwa zehn Minuten voll geöffnet, danach wird auf Sekundärluftbetrieb umgeschaltet. Nachgelegt wird erst, wenn nur noch ein Glutbett vorhanden ist, nicht auf lodernde Flammen. Zwei bis drei Scheite pro Auflage genügen in den meisten Öfen.
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